Presse
03.06.09
Die Welt

Privatjets haben in der Krise Konjunktur


 

 

Größter Privatjet-Betreiber im Norden

 

 

 

Die AIR HAMBURG kann ihre Geschäftsfliegersparte erfolgreich ausbauen, trotz der Wirtschaftsflaute.

Der Geschaftsführer der Fluglinie "AIR HAMBURG" , Floris Helmers (l), und Co-Pilot Sebastian Mischker in einer Cessna Citation Bravo „Wir wollen für unsere Kunden der erste Ansprechpartner zum Thema Fliegen sein“, sagt Floris Helmers, geschäftsführender Gesellschafter von AIR HAMBURG. Mit der Neuanschaffung, einer schneeweißen, zweistrahligen Cessna Citation XLS ist das Unternehmen diesem Ziel auf jeden Fall deutlich näher gekommen. Denn trotz Krise ist der Jet mehr in der Luft als am Boden. „Die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen“, freut sich der Firmengründer.

Die Firma verfügt jetzt über fünf Business-Jets. In die im Mai erworbene, 14 Millionen Dollar teure XLS passen neun Passagiere. Erst Anfang des Jahres war die Flotte von zwei achtsitzigen Jets um zwei kleinere mit Platz für sechs Passagiere erweitert worden. Finanziert wurden die Maschinen gemeinsam mit einem privaten Investor, der nicht genannt werden möchte. „Ursprünglich hatten wir wegen der schlechten Wirtschaftslage überlegt, die Auslieferung der XLS zu verschieben, haben uns dann aber dagegen entscheiden“, sagt Helmers, der das Unternehmen mit seinem Partner Alexander Lipsky leitet. Positiver Nebeneffekt der lauen Konjunktur: Die beiden Hamburger Unternehmer konnten bei dem Flugzeug einen Preisnachlass heraushandeln. Manchmal günstiger als ein Linienflug.

Die Krise sehen die beiden als Chance. „Gerade jetzt müssen Manager im globalisierten Marktumfeld kurzfristig vor Ort präsent sein“, so Helmers. In den ersten fünf Monaten sei die Auslastung für die Jets sogar noch gestiegen. Schnell, bezahlbar, sicher und flexibel sei das Angebot. Immerhin sei ein Flug nach Frankfurt für acht Passagiere in der Citation günstiger als acht Lufthansa-Tickets für die Business-Class in die Mainmetropole, sagt der 35-jährige Helmers. Auf gut fünfzig Stammkunden könne die Gesellschaft zählen, hinzu kämen etwa Aufträge für Ambulanzflüge oder von Fluggesellschaften, wenn schnell Ersatzteile gebraucht werden. Das mit der ersten Adresse für Fliegerei ist wörtlich zu nehmen. Helmers: „Wenn ein Kunde mit seiner Freundin einen Rundflug über Hamburg machen oder mit der Familie nach Sylt fliegen möchte, dann kann er uns anrufen. Und wenn er schnell zur Vertragsunterzeichnung mit Geschäftspartnern nach Marokko muss, dann auch.“ In den letzten Tagen wurden Kunden für Badeurlaube, Golftrips und Dienstreisen nach Kreta, Dundee, Moskau, Malaga oder Ibiza geflogen. Auch größere Gruppe können befördert werden. Für Aufträge, bei denen die eigenen Maschinen nicht ausreichen, werden Flugzeuge gechartert. Eine Crew stehe immer in Bereitschaft. In der Regel könne ein Kunde schon eine Stunde nach der Bestellung abheben.

Die Privatjets sind in Fuhlsbüttel beim Geschäftsfliegerzentrum stationiert. Direkt nebenan betreibt AIR HAMBURG das Café „Himmelsschreiber“. Bekannt geworden sind die beiden Unternehmer aber mit ihren Rund- und Inselflügen. Die starten überwiegend vom Flugplatz in Uetersen. Neben den Business-Jets gibt es 22 ein- und zweimotorige Maschinen vom Typ Britten-Norman Islander, Beech Bonanza und Cessna 172. In Uetersen befinden sich auch die neue Wartungshall und eine eigenen Flugschule. Der Standort vor den Toren Hamburgs habe seine Vorteile. Zum einen seien die Flughafengebühren in Uetersen deutlich geringer als in Fuhlsbüttel, und es gebe kostenlose Parkplätze. Außerdem seien die Abfertigungszeiten kürzer. Als weiterer Standort ist Mallorca in Planung. Der Mittelmeerraum sei attraktiv für die Kunden aus dem Norden. Dafür werde dann auch eine weitere Citation XLS gebraucht, sagt Helmers. Dieses und viele andere Projekte halten ihn auf Touren. „Wenn es nicht so wahnsinnig viel Spaß machen würde, dann wäre es wirklich zu viel Arbeit.“